JTL vs. PlentyONE:
der Vergleich.
Zwei deutsche E-Commerce-Systeme, zwei unterschiedliche Grundentscheidungen: eigene Datenbasis oder reine Cloud.
Warenwirtschaft, Shop, Marktplätze, Versand: das können beide. Die Frage ist, wem die Daten gehören, woran die Kosten hängen und wie viel Technik Sie selbst betreiben wollen. Genau diese drei Punkte entscheiden in unseren Projekten am häufigsten.
Wer diesen Vergleich schreibt – und woher die Angaben stammen.
Wir arbeiten seit über zehn Jahren mit JTL und sind Servicepartner in der Stufe Gold. Unser Geld verdienen wir mit JTL-Projekten. Das sollten Sie wissen, bevor Sie den Rest lesen.
Wir haben trotzdem schon Kunden gesagt, dass sich ein Wechsel für sie nicht lohnt. Genau aus solchen Projekten stammt das, was hier steht. Die Preise und Tarifgrenzen haben wir bei beiden Herstellern nachgeschlagen und verlinkt. Die ändern sich öfter, als uns lieb ist. Schauen Sie im Zweifel selbst nach.
Unabhängige Bewertungen beider Systeme
Achten Sie dort weniger auf die Sternezahl. Interessant wird es, wenn mehrere Händler dasselbe schreiben.
Beide Systeme in je drei Sätzen.
JTL
Deutsches E-Commerce-Ökosystem aus Warenwirtschaft (JTL-Wawi), Shop, Kasse und Lagerverwaltung. Die Warenwirtschaft läuft auf eigener Infrastruktur, die Datenbank liegt im eigenen Zugriff. Der Einstieg ist mit der Edition JTL Start dauerhaft kostenfrei; erweitert wird über ein Netz zertifizierter Servicepartner und Plugins.
PlentyONE
Deutsche Cloud-Plattform (vormals plentymarkets) für Handel über viele Kanäle. Warenwirtschaft, Shop und Marktplatzanbindung laufen vollständig beim Anbieter – ohne eigene Server. Die Stärke liegt in der breiten, vorkonfigurierten Marktplatz-Automatisierung: über 150 Integrationen stehen bereit. Abgerechnet wird über Tarife ab 59 € im Monat, deren Grundgebühr am gebuchten Umsatzlimit hängt.
Beide Anbieter sitzen in Deutschland und unterliegen deutschem Datenschutzrecht. Beim Datenschutz nehmen sie sich also nichts. Unterschiedlich ist, wo die Software läuft.
Dieselben Kriterien, für beide Systeme.
Wir vergleichen die Punkte, nach denen uns Händler im Erstgespräch tatsächlich fragen. Funktionslisten helfen bei der Entscheidung selten weiter.
| Kriterium | JTL | PlentyONE |
|---|---|---|
| Betriebsmodell | Warenwirtschaft auf eigener Infrastruktur, Shop wahlweise beim Hoster. Eigene Datenbank, eigener Zugriff. | Vollständig als Cloud-Dienst beim Anbieter. Keine eigene Serverpflege nötig. |
| Datenhoheit | Direkter Datenbankzugriff. Auswertungen, Exporte und eigene Anbindungen ohne Umweg möglich. | Zugriff über die Schnittstellen des Anbieters. Kein direkter Datenbankzugriff. |
| Kostenlogik | Die Edition JTL Start ist dauerhaft kostenfrei (Basis-Shop bis 500 Artikel). Darüber JTL Advanced ab 119 € und JTL Pro ab 369 € im Monat, jährlich günstiger. Dazu kommen Hosting, Erweiterungen und Betreuung. | Tarife ab 59 € (Lite) bis 229 € im Monat (Scale), Ultimate auf Anfrage. Die Grundgebühr hängt am gebuchten Umsatzlimit; im Startpreis sind 10.000 € Monatsumsatz enthalten. |
| Wachstumsgrenzen | Die Editionen unterscheiden sich im Funktionsumfang, nicht im Umsatz. JTL Pro richtet sich an Händler mit mehr als 3.000 Aufträgen im Monat. | Artikel, Nutzer, Lager und Kanäle sind je Tarif gedeckelt – Lite etwa auf 1.000 Varianten, 5 Nutzer und 5 Marktplätze. Lite und Lite+ enden bei 50.000 €, Expand und Scale bei 200.000 € Monatsumsatz. |
| Marktplätze | Sechs Marktplätze direkt eingebunden – Amazon, eBay, OTTO Market, Kaufland Global Marketplace, MediaMarktSaturn und voelkner. Weitere über Partnerlösungen und Erweiterungen. | Nach Herstellerangabe über 150 Marktplatz- und Shop-Integrationen; je nach Tarif sind 5 bis 25 davon gleichzeitig nutzbar. Hier liegt die Plattform klar vorn. |
| Anpassbarkeit | Eigene Plugins, Web-GUIs und Schnittstellen möglich – sauber vom Standard getrennt, damit Updates greifen. | Anpassung im Rahmen der Plattform-Werkzeuge; tiefe Eingriffe sind systembedingt begrenzt. |
| Betrieb & Verantwortung | Updates, Backups und Server liegen bei Ihnen oder Ihrem Partner – mehr Aufwand, mehr Kontrolle. | Betrieb liegt beim Anbieter – weniger Aufwand, dafür Abhängigkeit von dessen Verfügbarkeit. |
| Ladengeschäft | Kasse (JTL-POS) auf derselben Datenbasis wie Shop und Lager – drei Kassenanbindungen in Advanced, fünf in Pro, unbegrenzt in Enterprise. | Kassenverwaltung für den stationären Handel gehört zur Plattform; Bestellungen aus dem Laden laufen zentral mit. |
| Hilfe vor Ort | Dichtes Netz zertifizierter Servicepartner im DACH-Raum, auch für Vor-Ort-Termine. | Partnernetz vorhanden, Schwerpunkt auf Remote-Betreuung. |
Alle Preis- und Grenzangaben stammen von den Herstellerseiten, Stand Juli 2026, netto: Preise und Tarife bei JTL · Preise bei PlentyONE. Solche Angaben ändern sich. Im Zweifel gilt, was dort steht.
Wo jedes System stark ist – und wo es Grenzen hat.
Für wen sich welches System eignet.
JTL passt, wenn …
… Sie Abläufe haben, die kein Standard abbildet. Wenn Sie für Auswertungen, Buchhaltung oder eigene Anbindungen direkt an die Daten müssen. Wenn ein Ladengeschäft auf derselben Datenbasis laufen soll. Wenn Sie klein anfangen und wachsen wollen, ohne dass der Umsatz den Preis bestimmt. Und wenn Ihnen jemand wichtig ist, der zur Not auch vorbeikommt.
PlentyONE passt, wenn …
… Ihr Geschäft überwiegend über Marktplätze läuft und Sie viele davon gleichzeitig bedienen. Wenn Sie mit Servern und Updates nichts zu tun haben wollen. Und wenn Ihr Sortiment und Ihre Abläufe mit dem Standard auskommen.
Wenn Sie nur über Marktplätze verkaufen und keine besonderen Abläufe haben, ist die Sache weniger eindeutig, als diese Seite es aussehen lässt. Kommt aber ein Ladengeschäft dazu, ein eigener Ablauf oder der Wunsch, direkt an die Daten zu kommen, spricht deutlich mehr für JTL.
Unsere Empfehlung – und woran sie hängt.
Für die meisten wachsenden Händler im DACH-Raum empfehlen wir JTL. Am Funktionsumfang liegt das nicht, da nehmen sich beide wenig. Es liegt daran, was passiert, wenn Ihr Geschäft vom Standard abweicht. Eine eigene Kalkulationslogik. Ein Ladengeschäft. Die Schnittstelle zum Steuerberater. Ein Sortiment, das nicht ins Raster passt.
Für solche Fälle brauchen Sie Zugriff auf Ihre eigene Datenbank. In einem reinen Cloud-System haben Sie den nicht.
Der zweite Grund lässt sich ausrechnen. Bei JTL bestimmt der Funktionsumfang die Edition. Bei PlentyONE hängt die Grundgebühr zusätzlich am Monatsumsatz, Lite und Lite+ enden bei 50.000 €, Expand und Scale bei 200.000 €. Ein gutes Weihnachtsgeschäft kann Sie dort also in den nächsten Tarif heben, ohne dass Sie eine einzige neue Funktion bekommen.
Und wo PlentyONE die bessere Wahl ist: Wenn Ihr Handel fast komplett über Marktplätze läuft und Sie mit Servern nichts zu tun haben wollen, sind Sie dort gut aufgehoben. Bei der Kanalbreite kommt JTL nicht mit.
Was Händler vor einem Wechsel fragen.
Wie lange dauert ein Wechsel zu JTL?
Das hängt an Ihren Daten und der Zahl Ihrer Kanäle, weniger am System. Ein überschaubarer Shop mit gepflegten Stammdaten läuft nach wenigen Wochen. Bei gewachsenen Strukturen mit Marktplätzen, Sonderpreisen und langer Historie dauert es länger. Wie lange es bei Ihnen wird, sehen wir uns vorab in der Datenübernahme an.
Kann ich meine Shop- und Kundendaten migrieren?
Ja. Artikel, Kunden, Bestellhistorie und Bestände lassen sich übernehmen. Es kommt darauf an, wie sauber Ihre jetzigen Daten sind, denn nicht für jedes Feld gibt es im Zielsystem ein Gegenstück. Wir schauen uns das vor der Migration an und sagen Ihnen, was mitkommt und was nicht. Mehr dazu unter Migration.
Was passiert mit meinen Rankings beim Wechsel?
Wenn es sauber gemacht wird: nichts. Jede alte Adresse bekommt eine Weiterleitung auf ihre Nachfolgeseite. Ranking verliert man dort, wo Adressen einfach verschwinden. Das lässt sich vorher planen, und genau das tun wir.
Brauche ich für JTL einen eigenen Server?
Einen eigenen Server im Keller brauchen Sie nicht. Die Warenwirtschaft läuft auf eigener Infrastruktur, und das kann ein Rechner im Betrieb sein oder ein gemieteter Server. Der Shop liegt ohnehin beim Hoster. Was für Sie passt, hängt an der Zahl der Arbeitsplätze und Ihren Standorten. Das klären wir im Erstgespräch.
Gibt es Unterstützung während der Wechselphase?
Ja. Als JTL-Servicepartner begleiten wir Einrichtung, Datenübernahme und die ersten Wochen im Echtbetrieb. Ob ein Wechsel ruhig verläuft, entscheidet sich meistens in dieser Zeit, wenn altes und neues System eine Weile nebeneinander laufen.
Ist JTL wirklich kostenlos?
Die Edition JTL Start kostet dauerhaft nichts, der mitgelieferte Basis-Shop hört allerdings bei 500 Artikeln auf. Wer mehr braucht, landet bei JTL Advanced ab 119 € oder JTL Pro ab 369 € im Monat, jährlich gezahlt etwas günstiger. Dazu kommen Hosting, Erweiterungen und die Betreuung. Sie können also ohne Lizenzkosten anfangen. Dass der Betrieb dauerhaft nichts kostet, sollten Sie daraus aber nicht ableiten.
Welches System zu Ihnen passt, klärt ein Gespräch.
Erzählen Sie uns kurz, wie Sie heute arbeiten: Sortiment, Kanäle, Abläufe. Wir sagen Ihnen, was für Ihren Fall spricht. Auch dann, wenn die Antwort am Ende nicht JTL heißt.