JTL vs. Xentral:
der Vergleich.
Zwei deutsche Warenwirtschaften, zwei Abrechnungsmodelle: einmal nach Funktionsumfang, einmal nach Aufträgen und Umsatz.
Beide verwalten Artikel, Bestände, Aufträge und Versand. Der Unterschied zeigt sich, wenn Ihr Geschäft wächst und wenn Sie an Ihre eigenen Daten müssen. Wir haben beide Systeme nach denselben Punkten sortiert.
Wer diesen Vergleich schreibt – und woher die Angaben stammen.
Wir arbeiten seit über zehn Jahren mit JTL und sind Servicepartner in der Stufe Gold. Unser Geld verdienen wir mit JTL-Projekten. Das sollten Sie wissen, bevor Sie den Rest lesen.
Wir haben trotzdem schon Kunden gesagt, dass sich ein Wechsel für sie nicht lohnt. Genau aus solchen Projekten stammt das, was hier steht. Die Preise und Tarifgrenzen haben wir bei beiden Herstellern nachgeschlagen und verlinkt. Die ändern sich öfter, als uns lieb ist. Schauen Sie im Zweifel selbst nach.
Unabhängige Bewertungen beider Systeme
Achten Sie dort weniger auf die Sternezahl. Interessant wird es, wenn mehrere Händler dasselbe schreiben.
Beide Systeme in je drei Sätzen.
JTL
Deutsches E-Commerce-Ökosystem aus Warenwirtschaft (JTL-Wawi), Shop, Kasse und Lagerverwaltung. Die Warenwirtschaft läuft auf eigener Infrastruktur, die Datenbank liegt im eigenen Zugriff. Der Einstieg ist mit der Edition JTL Start dauerhaft kostenfrei; erweitert wird über ein Netz zertifizierter Servicepartner und Plugins.
Xentral
Deutsches Cloud-ERP mit starkem Fokus auf Automatisierung. Aufträge, Lager, Versand und Buchhaltung laufen beim Anbieter, ohne eigene Server. Sie sind schnell startklar und brauchen niemanden für die Technik. Abgerechnet wird nach Tarif, und der hängt an Ihren Aufträgen und Ihrem Umsatz.
Beide Anbieter sitzen in Deutschland und unterliegen deutschem Datenschutzrecht. Beim Datenschutz nehmen sie sich also nichts. Unterschiedlich ist, wo die Software läuft und wonach sie abgerechnet wird.
Dieselben Kriterien, für beide Systeme.
Wir vergleichen die Punkte, nach denen uns Händler im Erstgespräch tatsächlich fragen. Funktionslisten helfen bei der Entscheidung selten weiter.
| Kriterium | JTL | Xentral |
|---|---|---|
| Betriebsmodell | Warenwirtschaft auf eigener Infrastruktur, Shop wahlweise beim Hoster. Eigene Datenbank, eigener Zugriff. | Vollständig als Cloud-Dienst beim Anbieter. Keine eigene Serverpflege nötig, Start ohne IT-Vorbereitung. |
| Datenhoheit | Direkter Datenbankzugriff. Auswertungen, Exporte und eigene Anbindungen ohne Umweg möglich. | Zugriff über die Schnittstellen des Anbieters, laut Preisseite bis zu 100 API-Aufrufe pro Minute. Kein direkter Datenbankzugriff. |
| Kostenlogik | Die Edition JTL Start ist dauerhaft kostenfrei (Basis-Shop bis 500 Artikel). Darüber JTL Advanced ab 119 € und JTL Pro ab 369 € im Monat, jährlich günstiger. Dazu kommen Hosting, Erweiterungen und Betreuung. | Launch ab 99 € im Monat plus 0,30 € je Auftrag. Darüber Starter ab 349 €, Business ab 649 €, Pro ab 849 €, Scale individuell. Der Hersteller nennt die Preise „abhängig vom Umsatz & Versandvolumen“. |
| Wachstumsgrenzen | Die Editionen unterscheiden sich im Funktionsumfang, nicht im Auftragsvolumen. JTL Pro richtet sich an Händler mit mehr als 3.000 Aufträgen im Monat. | Launch endet bei 1.200 Aufträgen und 500.000 € Umsatz im Jahr, Starter enthält 500 Aufträge im Monat. Mehr Aufträge bedeuten den nächsten Tarif. |
| Marktplätze | Sechs Marktplätze direkt eingebunden – Amazon, eBay, OTTO Market, Kaufland Global Marketplace, MediaMarktSaturn und voelkner. Weitere über Partnerlösungen und Erweiterungen. | Gängige Shops und Marktplätze angebunden. Im Einstiegstarif Launch ist allerdings nur ein Shop und ein Marktplatz enthalten. |
| Anpassbarkeit | Eigene Plugins, Web-GUIs und Schnittstellen möglich – sauber vom Standard getrennt, damit Updates greifen. | Umfangreicher Baukasten für automatisierte Abläufe. Eingriffe darüber hinaus laufen über die API, nicht im System selbst. |
| Betrieb & Verantwortung | Updates, Backups und Server liegen bei Ihnen oder Ihrem Partner – mehr Aufwand, mehr Kontrolle. | Betrieb liegt beim Anbieter – weniger Aufwand, dafür Abhängigkeit von dessen Verfügbarkeit. |
| Ladengeschäft | Kasse (JTL-POS) auf derselben Datenbasis wie Shop und Lager – drei Kassenanbindungen in Advanced, fünf in Pro, unbegrenzt in Enterprise. | Eigene Kassenfunktion im System, nach Herstellerangabe für die Kassenpflicht in Deutschland und Österreich vorbereitet. |
| Hilfe vor Ort | Dichtes Netz zertifizierter Servicepartner im DACH-Raum, auch für Vor-Ort-Termine. | Partnernetz vorhanden, Schwerpunkt auf Remote-Betreuung. |
Alle Preis- und Grenzangaben stammen von den Herstellerseiten, Stand Juli 2026, netto: Preise und Tarife bei JTL · Preise bei Xentral. Solche Angaben ändern sich. Im Zweifel gilt, was dort steht.
Wo jedes System stark ist – und wo es Grenzen hat.
Für wen sich welches System eignet.
JTL passt, wenn …
… Sie viele Aufträge haben und nicht pro Auftrag zahlen wollen. Wenn Sie für Auswertungen oder eigene Anbindungen direkt an die Daten müssen. Wenn ein Ladengeschäft auf derselben Datenbasis laufen soll. Wenn Ihr Sortiment Sonderfälle kennt, die kein Standard abbildet. Und wenn Ihnen jemand wichtig ist, der zur Not auch vorbeikommt.
Xentral passt, wenn …
… Sie schnell starten wollen und niemanden für Server und Updates haben. Wenn Ihr Geschäft von wiederkehrenden Abläufen lebt, die Sie automatisieren möchten. Und wenn ein planbarer Monatsbetrag für Sie einfacher ist als eigene Infrastruktur, auch wenn er mit dem Umsatz steigt.
Bei kleinen Auftragszahlen liegen beide Systeme kostenmäßig nah beieinander. Der Abstand wächst mit jedem Auftrag, den Sie schreiben. Rechnen Sie deshalb nicht mit dem heutigen Volumen, sondern mit dem, das Sie in zwei Jahren erwarten.
Unsere Empfehlung – und woran sie hängt.
Für Händler mit wachsendem Auftragsvolumen empfehlen wir JTL. Der Grund steht in der Preisliste. Xentral rechnet im Einstieg 0,30 € je Auftrag ab, und die Tarife hängen an Umsatz und Versandvolumen. Bei JTL bestimmt der Funktionsumfang die Edition.
Wer heute 300 Aufträge im Monat schreibt und in zwei Jahren 3.000, merkt diesen Unterschied deutlich auf der Rechnung.
Der zweite Grund ist der Zugriff auf die eigene Datenbank. Sobald Sie eigene Auswertungen fahren, den Steuerberater anbinden oder ein Ladengeschäft mit derselben Datenbasis betreiben, ist das der bequemere Weg.
Und wo Xentral die bessere Wahl ist: Wenn Sie schnell loslegen müssen, niemanden für Technik haben und Ihr Geschäft von automatisierten Abläufen lebt, sind Sie dort gut aufgehoben. Beim Tempo bis zum ersten Echtbetrieb liegt die Plattform vorn.
Was Händler vor einem Wechsel fragen.
Wie lange dauert ein Wechsel zu JTL?
Das hängt an Ihren Daten und der Zahl Ihrer Kanäle, weniger am System. Ein überschaubarer Betrieb mit gepflegten Stammdaten läuft nach wenigen Wochen. Bei gewachsenen Strukturen mit Marktplätzen, Sonderpreisen und langer Historie dauert es länger. Wie lange es bei Ihnen wird, sehen wir uns vorab in der Datenübernahme an.
Kann ich meine Artikel- und Auftragsdaten migrieren?
Ja. Artikel, Kunden, Bestellhistorie und Bestände lassen sich übernehmen. Es kommt darauf an, wie sauber Ihre jetzigen Daten sind, denn nicht für jedes Feld gibt es im Zielsystem ein Gegenstück. Wir schauen uns das vor der Migration an und sagen Ihnen, was mitkommt und was nicht. Mehr dazu unter Migration.
Rechnet sich der Wechsel bei meinem Auftragsvolumen?
Das lässt sich ausrechnen. Nehmen Sie Ihre Aufträge pro Monat, Ihren Jahresumsatz und Ihre heutige Tarifstufe. Dagegen stellen wir die JTL-Edition, die Sie bräuchten, plus Hosting und Betreuung. Bei niedrigen Auftragszahlen fällt das Ergebnis oft knapp aus, bei hohen selten.
Brauche ich für JTL einen eigenen Server?
Einen eigenen Server im Keller brauchen Sie nicht. Die Warenwirtschaft läuft auf eigener Infrastruktur, und das kann ein Rechner im Betrieb sein oder ein gemieteter Server. Der Shop liegt ohnehin beim Hoster. Was für Sie passt, hängt an der Zahl der Arbeitsplätze und Ihren Standorten. Das klären wir im Erstgespräch.
Was passiert mit meinen automatisierten Abläufen?
Die müssen im Zielsystem neu aufgebaut werden, eins zu eins übertragen lässt sich so etwas nicht. In der Praxis ist das ein guter Anlass, die Abläufe durchzugehen: Erfahrungsgemäß ist ein Teil davon historisch gewachsen und wird gar nicht mehr gebraucht.
Ist JTL wirklich kostenlos?
Die Edition JTL Start kostet dauerhaft nichts, der mitgelieferte Basis-Shop hört allerdings bei 500 Artikeln auf. Wer mehr braucht, landet bei JTL Advanced ab 119 € oder JTL Pro ab 369 € im Monat, jährlich gezahlt etwas günstiger. Dazu kommen Hosting, Erweiterungen und die Betreuung. Sie können also ohne Lizenzkosten anfangen. Dass der Betrieb dauerhaft nichts kostet, sollten Sie daraus aber nicht ableiten.
Rechnen wir es für Ihr Volumen durch.
Nennen Sie uns Ihre Aufträge pro Monat, Ihre Kanäle und Ihren Jahresumsatz. Dann sehen Sie schwarz auf weiß, was beide Wege bei Ihnen kosten. Auch dann, wenn die Antwort am Ende nicht JTL heißt.